Bedrohte Tiere durch Rennersdorfer Windenergieanlagen

Tiere oder Windpark?

Rotmilan in Rennersdorf-Neudörfel

In Rennersdorf-Neudörfel sind zahlreiche Tierarten durch den Bau weiterer Windenergieanlagen bedroht. Durch das Naturschutzinstitut Dresden (NSI), welches zum Naturschutz Bund (NABU) des Landesverbandes Sachsen gehört, wurde ein Naturschutzfachliches Gutachten zur Planung von Windkraftanlagen im Gebiet Schmiedefeld und Rennersdorf-Neudörfel erarbeitet. Dieses Gutachten liegt dem Regionalen Planungsverband Oberes/Elbtal Osterzgebirge ebenfalls vor.  Die wichtigsten Aussagen sollen hier benannt werden, um zu zeigen, dass die von Rennersdorfer- und Schmiedefelder Anwohnern geäußerten Bedenken hinsichtlich unzulässiger Gefährdungen streng geschützter Arten, auch fachlich gesichert sind. Der Themenleiter dieser Studie war Herr Dr. Schimkat in Persona Leiter des NSI Dresden. In der Studie sind folgende streng geschützten Vogelarten erfasst. Zitat: ” Insgesamt wurden 44 Vogelarten beobachtet, davon 39 als wahrscheinliche Brutvögel. Von den festgestellten Vogelarten stehen 6 Arten in der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands, 1 Art in der Roten Liste Deutschlands, 2 Arten in der Roten Liste Sachsens und eine Art im Anhang 1 der EU- Vogelschutzrichtlinie:

Rote Liste Arten: Baumfalke (Falcco subbuteo) (Rote Liste Deutschland Kategorie 3 und Rote Liste Sachsen Kategorie 2) Sperber (Accipiter nisus) (Rote Liste Sachsen Kategorie 3)

Vorwarnliste: Baumpieper (Anthus trivialis), Bluthänfling (Carduelis cannabina), Feldlerche (Alauda arvenis), Mauersegler (Apus apus), Pirol (Oriolus oriolus), Rotmilan ( Milvus milvus)

Anhang 1- Arten der EU-VSRL: Rotmilan (Milvus milvus)”

Weiterhin in dieser Studie festgestellte Arten sind: Erlenzeisig (Carduelis spinus), Gartenbaumläufer(Certhia brachydactyla), Grauschnäpper(Muscicapa striata), Kernbeißer(Coccothraustes coccothraustes), Kolkrabe (Corvus corax), Mäusebussard(Buteo Buteo) und Waldlaubsänger(Phylloscopus sibilatrix)

Nicht Bestandteil dieser Studie, aber oft in Rennersdorf zu beobachtende heimische Vogelarten sind: Wanderfalke, Mehlschwalbe, Graureiher, Eichelhäher, Star, Schwarzmilan, Saatkrähe, Stockente und Weißstorch, um nur einige zu nennen.

Vogelzug der Singschwäne über Rennersdorf im April 2011

Die geplante Flächenausweisung hätte auch zur Folge, dass ein regelmäßig von sogenannten Offenlandarten genutzter Vogelzugkorridor versperrt würde. Dieser beginnt im Schönfelder Hochland, welches die Zugvogelschwärme regelmäßig zur Rast auf ihrer oft tausende Kilometer währenden Reise nutzen und führt über Wilschdorf nach Stolpen. Jedes Jahr wiederkehrend, kann man über Rennersdorf den Zug der Wildgänse entlang der Vogelzugachse beobachten. Ein faszinierender Anblick für jeden naturverbundenen Menschen. Je nach Wettersituation fliegen die Gänse dabei in sehr unterschiedlichen Höhen. Bei Schlechtwetter wird eine relativ niedrige Flughöhe gewählt, die deutlich unterhalb von 200m liegen kann. Eine Kollision der Vögel mit Windkraftanlagen, die sich innerhalb des immer wieder genutzten Flugkorridors befinden würden, ist absehbar. Aber nicht nur Vögel, sondern auch Säugetiere nutzen das Waldgebiet zwischen Rennersdorf und Fischbach als Rückzugs- und Ruheraum.

Rehe auf dem Weg in den Rennersdorfer Wald an der B6, Mai 2012

Rehe suchen regelmäßig Schutz im Waldstück zwischen Rennersdorf-Neudörfel und der Bundesstraße 6. Bei der geplanten “Erschließung” des Waldes als Windindustriegebiet, verlieren diese Tiere einen weiteren Rückzugsraum.

 

 

 

 

 

 

 

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